Die KÜS informiert

WARUM MAN DEM AUTO AUF DIE FÜSSE SCHAUEN MUSS!

Die Räder sind eine der wichtigsten Bauteile des Fahrzeugs, wenn es um Verkehrssicherheit geht, da sie die Verbindung zur Straße darstellen und somit wie die Füße eines Menschen zu sehen sind. Und die Füße sind nicht nur zum darauf Stehen da, sondern auch zum Gehen und Laufen. Die Wichtigkeit der Stabilität und Betriebssicherheit dieser Bauteile sollte damit also schon mal klar sein. Es überrascht also nicht, dass die Verwendung einer anderen Rad-/Reifen-Kombination auch die häufigste Tuningmaßnahme darstellt. Leider wird sehr häufig nicht auf die Zulässigkeit der Räder geachtet, was fatale Folgen haben kann.

Die KÜS zeigt, auf was im Speziellen geachtet werden muss, um nicht „auf die Nase zu fallen“. Zum einen muss bei einer Änderung der Rad-/Reifen-Kombination auf die Freigängigkeit gegenüber angrenzenden Bauteilen geschaut werden. Ist die Einpresstiefe der Nachrüstfelgen größer als bei der Serienvariante, wandert das Rad mehr ins Radhaus hinein. Um Schäden wie einen Reifenplatzer zu vermeiden, müssen aber trotzdem folgende Mindestabstände in allen Belastungs- und Betriebszuständen des Fahrzeugs
eingehalten werden:

• zu Radaufhängung, Brems- und
Lenkanlage ≥ 3 mm
• zu Fahrwerksteilen ≥ 5 mm
• zu Karosserieteilen ≥ 10 mm

Wird die Einpresstiefe nach der Umrüstung kleiner, kommt das Rad weiter nach außen. In diesem Fall und/oder bei einem Wechsel auf eine breitere Rad-/Reifen-Kombination ist auf die notwendige Radabdeckung zu achten. Je nach Anwendungsfall muss entweder in einem Abstand von mindestens 150 mm über der Radmitte die Reifenlaufflächenbreite abgedeckt sein (nach StVZO; grüne Pfeile), oder die ganze Reifenbreite in einem Bereich von 30° vor und 50° hinter der Mittelebene des Rades (nach EG-Richtlinie; rote Pfeile). Welche dieser Vorgaben Anwendung findet, richtet sich im Normalfall nach den Auflagen aus dem jeweiligen Prüfzeugnis. Ein Mischen dieser Vorschriften auf ein Fahrzeug bezogen ist
definitiv nicht zulässig.

Im Idealfall überprüft und legitimiert

Lebensgefahr besteht bei Billigrädern und Plagiaten aus dem Internet, die keiner Material- und Festigkeitsprüfung unterzogen wurden oder vom jeweiligen Verwendungsbereich abweichen. Durch einen Felgenbruch wird ein Fahrzeug selbst für den besten Fahrer unkontrollierbar. Aus diesem Grund werden sehr aufwändige Räderprüfungen
gefordert, welche die Eignung aller relevanten Belastungs- und Beanspruchungszustände
darstellen. Im Idealfall ist der spezifische Anbaufall über ein Prüfzeugnis (z.B. einem Teilegutachten oder einer ABE) überprüft und legitimiert.

www.kues.de

  • Räderprüfung
  • Felgenbruch
  • StVZO
  • EG-Richtlinie
Teile diesen Beitrag auf