RDKS bei Fahrwerktuning

AUSSCHALTEN IST NICHT!

Auch wenn sie sich optisch deutlich von Serienfahrzeugen abheben: Getunte Boliden müssen geltende gesetzliche Bestimmungen nach dem Umbau genauso erfüllen wie das
ihnen zugrundeliegende Serienmodell. Insofern gilt auch für Tuningfahrzeuge, die im letzten November europaweit in Kraft getretene Pflicht, dass neu zugelassene Pkw mit Reifendruck-Kontrollsystemen (abgekürzt RDKS oder TPMS für Tyre Pressure Monitoring Systems) ausgestattet sein müssen.

Das schreibt die EU-Verordnung Nr. 661/2009 vor. Und funktionsfähig müssen diese Systeme auch sein, sonst stellt der Prüfer in der nächsten Hauptuntersuchung einen Mangel nach StVZO fest, der wegen seiner Sicherheitsrelevanz umgehend behoben werden muss. Im Klartext: Ausschalten ist nicht! Grundsätzlich gibt es zwei Systeme zur permanenten Luftdruckmessung im Reifen: direkte und indirekte. Beim direkten RDKS befindet sich in jedem Reifen ein Sensor, der den Reifendruck überwacht und den Fahrer bei einem Druckabfall unmittelbar warnt. Indirekte Reifendruck-Kontrollsysteme verwenden die Raddrehzahlen zur Feststellung eines Druckverlusts. Dabei werden alle vier Raddrehzahlen ständig über die vorhandenen ABS-Sensoren verglichen. Die ABS-Elektronik erkennt die höhere Rotation bei verringertem Luftdruck.

 

Was passiert bei Fahrwerkumbau und Breitreifen-Aufrüstung?


Was aber passiert mit dem serienmäßig verbauten RDKS bei Fahrwerkumbau und Aufrüstung auf Breitreifen? „Hier wird der Tuningspezialist dafür sorgen, dass das System zur Luftdruckkontrolle auf die in der Regel anderen Soll-Luftdrücke der dann montierten Breitreifen kalibriert werden muss“, erklärt Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer und Technikexperte des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV, Bonn).

Mit der noch recht neuen RDKS-Pflicht soll einerseits die Sicherheit auf unseren Straßen
verbessert, andererseits die Umwelt geschont werden. „Der Reifenluftdruck beeinflusst den
Kraftstoffverbrauch. Daher wird mit dem optimalen Luftdruck Kraftstoff gespart und weniger CO2 ausgestoßen“, erläutert Reifenspezialist Drechsler.

 

Kraftstoffersparnis und längere Lebensdauer


Dass die komplexe Technik direkter RDKS Mehrkosten beim Reifenwechsel verursacht,
darf nicht verwundern. Schließlich erfordern die Systeme mit den Sensoren empfindliche Hardwarekomponenten, die regelmäßig gewartet und irgendwann ersetzt werden
müssen. Das bringt Kosten für Ersatzteile und den erhöhten Handling-Aufwand der Werkstätten mit sich. Doch auf der Habenseite der Bilanz stehen nicht nur die bereits erwähnte Kraftstoffersparnis (für Tuningfans vielleicht nicht ganz so relevant), sondern auch längere Lebensdauer der in der Regel ja hochpreisigen UHP-Reifen und nicht zuletzt höhere Fahrsicherheit.

www.brv-bonn.de

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